Der Journalist Renan Cengiz vom NEXUS-Magazin hat ein Interview mit zwei Berliner QEG-Mitstreitern und mir geführt, um dem Thema QEG auf den Grund zu gehen. An dieser Stelle nochmal vielen Dank an Dich, Renan, für deine unvoreingenommene und sachliche Rundum-Analyse zum Thema QEG und Freie Energie. Entstanden ist dieser Artikel, der die gesamte QEG-Geschichte von Vorne bis Hinten erzählt.

Die Katze in der Kiste

In den Randgebieten der anerkannten Naturwissenschaften kursiert seit vielen Jahrzehnten die Annahme, es existiere eine allgegenwärtige, unendliche Energie im Raum, die man mit dem richtigen Ansatz auf technischem Wege anzapfen könne. Diese „Freie Energie“ wird oft als Raumenergie oder Nullpunktenergie umschrieben – wobei diese und andere verwendete Begriffe in den etablierten Naturwissenschaften keine oder eine abweichende Verwendung finden. Dennoch gab und gibt es eine Reihe Wissenschaftler, denen nachgesagt wird, die Raumenergie nutzbar gemacht zu haben. Anerkannte, wissenschaftlich getestete und öffentlich zugängliche Prototypen von Raumenergiekonvertern sucht man bisher allerdings vergeblich.

Verfolgt man als Laie die Debatte um die Möglichkeit oder Unmöglichkeit der Nutzung einer solchen Energiequelle, ist es schwer, ein abschließendes Urteil zu fällen. Die Frage, ob es sich dabei um einen ernst zu nehmenden Ansatz handelt oder nicht, erinnert an die Frage nach dem Leben oder Tod von Schrödingers Katze1: Solange die eine oder die andere Annahme nicht eindeutig bewiesen ist, überlagern sich beide Zustände – die Katze ist gleichzeitig lebendig und tot, die Raumenergie gleichzeitig frei verfügbar und frei erfunden.

Entsprechend groß ist das Interesse – unter Freie-Energie-Forschern und -Kritikern gleichermaßen –, als im Frühjahr 2014 frei zugängliche Baupläne für einen angeblich funktionierenden Raumenergiegenerator im Internet auftauchen. Schnell kochen die Gemüter hoch: Während die einen den „QEG“ genannten Generator seit Tag eins alsden Durchbruch in der Erforschung Freier Energie feiern, verschreien ihn die anderen als ausgemachten Blödsinn.

Um mir ein neutrales Bild zu machen, entschied ich mich daher für den Schritt in die Katzenkiste und ging auf Tuchfühlung mit der Szene: Mitte Juli 2014 traf ich mich im Berliner Stadtteil Alt-Treptow mit drei deutschen QEG-Pionieren. Organisiert wurde das Treffen von Tobias Graf,2 einem Koordinator der Berliner QEG-Ortsgruppe. Als Fachleute anwesend waren Dipl. Ing. Burkhard Schmidt3 und der Physiker Jerzy Naglik4. Wenn nicht anders gekennzeichnet, basieren die Informationen in diesem Artikel auf unserem Gespräch und den mir von QEG Berlin zur Verfügung gestellten Dokumenten.

Bevor ich auf die Szene in Deutschland eingehe, möchte ich Ihnen jedoch zunächst die Grundlagen und die Geschichte des QEG näherbringen.

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