Das Märchen von der gesunden Milch

Uns wird von klein auf erzählt, dass wir Milch für unser Wachstum und für unsere Knochen unbedingt benötigen. Wenn ich als Kind meine Milch nicht trinken wollte fielen genau diese „Argumente“. Ich wurde regelrecht gezwungen, über 15 Jahre hinweg jeden Tag, morgens und abends, eine Tasse pasteurisierte und homogenisierte Milch zu trinken. Und meine Eltern haben es nur gut gemeint.

Man sagt, weil Milch sehr viel Kalzium enthält, sei sie gut für die Knochen. Das genaue Gegenteil ist der Fall.

Milch hat zwar viel Kalzium, führt aber zu Kalziummangel und somit zu Osteoporose (Knochenschwund). Bei Osteoporose werden den Knochen Mineralstoffe entzogen, vor allem Kalzium. Diese Krankheit tritt vor allem in Ländern auf, in denen sehr viel tierisches Eiweiß verzehrt wird.

Das in der Milch enthaltene Kalzium ist ein solches tierisches Eiweiß, nämlich Kasein-Eiweiß, und für Menschen artfremd, was eine geringe Bioverfügbarkeit zur Folge hat.

Unsere Magensäure bindet ca. 60% des Kalziums der Milch, welches somit im Darm nicht aufgenommen wird.

Da Milcheiweiß sehr viel mehr schwefelsäurehaltige Aminosäuren enthält als pflanzliches Eiweiß, übersäuert das Blut, was vom Körper mit basischen Stoffen ausgeglichen werden muss. Diese Basen erhält unser Körper indem er Kalziumphosphat aus unseren Knochen löst. Somit bewirkt die Milch das genaue Gegenteil von dem, was wir ihr eigentlich nachsagen.

Hier sehen sie die Schlussfolgerung von 6 internationalen Studien zum Thema Milchkonsum und Knochenbrüche, welche auf den Beobachtungen von 12 Ärzten bei ca. 40.000 Personen basiert:

«Eine niedrige Aufnahme von Kalzium (weniger als 1 Glas Milch täglich) war nicht verbunden mit einem signifikanten Anstieg irgendwelcher Knochenbrüche. […] Wir schließen daraus, dass ein niedriger Milchkonsum gemäß Eigenangabe der Personen nicht in Verbindung steht mit einer Erhöhung der Anzahl Knochenbrüche.»

Osteoporos Int. 2005 Jul;16(7):799-804. Epub 2004 Oct 21.: A meta-analysis of milk intake and fracture risk: low utility for case finding.
A low intake of calcium (less than 1 glass of milk daily) was not associated with a significantly increased risk of any fracture, osteoporotic fracture or hip fracture. […] We conclude that a self-reported low intake of milk is not associated with any marked increase in fracture risk […].(http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15502959?dopt=Abstract)

Und in dieser weiteren Studie von 1997 wurden 77’761 Frauen 12 Jahre lang untersucht. Die 4 beteiligten Wissenschaftler kamen zu folgender Schlussfolgerung:

«Unsere Daten unterstützen nicht die Vermutung, dass ein hoher Milchkonsum oder der Konsum anderer Nahrungsmittel mit Kalzium bei erwachsenen Frauen vor Hüft-, Oberschenkel- oder Unterarmbrüchen schützt.»

Am J Public Health. 1997 Jun;87(6):992-7: Milk, dietary calcium, and bone fractures in women: a 12-year prospective study.
CONCLUSIONS: These data do not support the hypothesis that higher consumption of milk or other food sources of calcium by adult women protects against hip or forearm fractures.(http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9224182?dopt=Abstract)

Um Osteoporose oder Kalziummangel vorzubeugen sollten sie keine Milch zu sich nehmen, sondern pflanzliches Kalzium. Die Hauptursache für Osteoporose liegt, wie oben erwähnt, darin, zu viel tierisches Eiweiß aufzunehmen. Folgende Tabelle, welche auf  den Ergebnissen von 5 Studien basiert,  sollte dies verdeutlichen:

Studie Nr.
(siehe Fussnoten):
1 2 3 4 5 Schnitt
Kalziumaufnahme in mg: 500 500 800 1400 1400 920
Kalziumbilanzänderung:
bei geringem Eiweissverzehr: +31 +24 +12 +10 +20 +19
bei hohem Eiweissverzehr: -120 -116 -85 -84 -65 -94

Quelle: McDougall, Dr. John: McDougall’s Medicine, New Century Publishers, New York, 1985. Zitiert in: Robbins, John: Ernährung für ein neues Jahrtausend, H. Nietsch Verlag, 1995.
(Tabelle von http://www.vegetarismus.com/info/24.htm)

Studie Nr. 1: Anad, C.: Effect of Protein Intake on Calcium Balance of Young Men Given 500 mg Calcium Daily, Journal of Nutrition, 104:695, 1974.
Studie Nr. 2: Hegsted, M.: Urinary Calcium and Calcium Balance in Young Men as Affected by Protein and Phosphorous Intake, Journal of Nutrition, 111:53, 1981.
Studie Nr. 3: Walker, R.: Calcium Retention in the Adult Human Male as Affected by Protein Intake, Journal of Nutrition, 102:1297, 1972.
Studie Nr. 4: Johnson, N.: Effect of Level of Protein Intake on Urinary and Fecal Calcium Retention of Young Adult Males, Journal of Nutrition, 100:1425, 1970.
Studie Nr. 5: Linkswiler, H.: Calcium Retention of Young Adult Males as Affected by Level of Protein and Calcium Intake, Trans New York Academy of Science, 36:333, 1974.

Hier ist eine Auswahl von weiteren Studien, welche die obigen aussagen belegen:

  • Johnson, N., et al, Effect of Level of Protein Intake on Urinary and Fecal Calcium and Calcium Retention of Young Adult Males», Journal of Nutrition, 100:1425, 1970.
  • Anad, C., «Effect of Protein Intake on Calcium Balance of Young Men Given 500 mg Calcium Daily», Journal of Nutrition, 104:695, 1974.
  • Allen, L., et al, «Protein-Induced Hypercalcuria: A Longer-Term Study», American Journal of Clinical Nutrition, 32:741, 1979.
  • McDougall, J., McDougall’s Medicine, New Century Publishing 1985, Seite 61–96.
  • Robbins, John, «Ernährung für ein neues Jahrtausend», H. Nietsch Verlag. Leicht verständlich, behandelt auch die anderen Nachteile einer Ernährung mit tierischen Produkten; übers Vegi-Büro oder über den Buchhandel zu beziehen. Mit vielen Quellenverweisen auf wissenschaftliche Studien auch zu anderen gesundheitlichen Nachteilen der Ernährung mit Tierprodukten. Sehr vielseitiges Buch. Grundlagenwerk der EarthSave Foundation.
  • Sellmeyer DE, Stone KL, Sebastian A, et al.: A High Ratio of Dietary Animal to Vegetable Protein Increases the Rate of Bone Loss and the Risk of Fracture in Postmenopausal Women, Am J Clin Nutr. 2001;73:118-122.

Es macht also sehr viel mehr Sinn, Kalzium aus pflanzlichen Quellen zu beziehen. Hierfür eignen sich zum Beispiel folgende Lebensmittel:

Kalziumgehalt
Name: (mg/100 g)
Sesamsamen 783
Amaranth 308
Haselnüsse 226
Gartenkresse 214
Grünkohl 212
Sojabohnen, getrocknet 201
Leinsamen 198
Feigen, getrocknet 193
Brunnenkresse 180
Kichererbsen, getrocknet 124
Bohnenkerne, weiss, getrocknet 113
Fenchel 109
Broccoli 105
Oliven, grün 96

(Tabelle von http://www.vegetarismus.com/info/24.htm)

Homogenisierte und pasteurisierte Milch
Als homogenisiert bezeichnet man Milch, die mit bis zu 300 m/s auf eine Metallplatte gespritzt wurde. Dabei werden die Fettkügelchen auf eine Größe von 0,5 bis 1 Mikrometer verkleinert. Dies wird getan, damit sich das Fett gleichmäßig in der Milch verteilt und damit die Milch wegen der vergrößerten Gesamtoberfläche leichter verdaut werden kann.

Nur wird hierbei etwas sehr gefährliches übersehen. Die verkleinerten Fettteilchen können nun die Darmwand ohne wesentlichen Abbauprozess passieren, wodurch die Xantinoxidase erhalten bleibt. Diese zerstört in den Arterien den Schutzstoff Plasmalogen. Die Innenfläche der Arterien, die eigentlich vollkommen glatt sein sollte, wird somit unregelmäßig. Der Blutdruck steigt, das Blut wird verwirbelt und kann gerinnen. Thrombose, Herzinfarkt und Schlaganfall sind die Folgen.

Als pasteurisiert bezeichnet man Milch, welche 15 bis 30 Sekunden auf 72 bis 75 °C erhitzt und danach sofort wieder abgekühlt wird. (Bei der Hochpasteurisierung 85 – 134 °C) Somit ist die Milch länger haltbar, da Keime abgetötet werden. Dass man durch das Erhitzen auch viele andere Stoffe in der Milch zerstört ist den meisten Menschen nicht bekannt. Es kursiert das Gerücht, dass laut einer Harvard-Studie ein Kalb nach ca. 3 Wochen stirbt, wenn man es ausschließlich mit pasteurisierter Milch ernährt. Ich habe hierfür keine Belege gefunden, jedoch erschließt es sich von selbst, dass gerade durch das Ultrahocherhitzen die Milch vollkommen denaturiert wird.

Auf www.zentrum-der-gesundheit.de steht humorvoll geschlussfolgert:
„Wenn pasteurisierte Milch besser wäre als ihre rohe Variante, dann würde jedes Euter bereits über eine integrierte Kochplatte verfügen, um die Milch, bevor sie vom Kalb getrunken wird, auf kurzfristig 72 Grad zu erhitzen. Da aber noch kein Wissenschaftler von einer solchen Gerätschaft berichtete, müsste jedem einleuchten, dass Milch immer in roher, frischest möglicher Form konsumiert werden muss, um – im Falle des Kalbes – nützlich und gesund zu sein, und um – im Falle des Menschen – so wenig Schaden wie möglich anzurichten.“

Hormonbelastete Milch und Krebs
Aber es ist nicht nur das Pasteurisieren und Homogenisieren sowie der Kalziumentzug. Milch, die von Kühen aus Großbetrieben stammt, weist Rückstände von Reinigungs- und Desinfektionsmittel, sowie verschiedenste Hormone und Antibiotika auf.

„Die Milch, die wir heute trinken, ist ganz anders als die, die unsere Vorfahren getrunken haben“ wird sagt Dr. Davaasambuu, in der Harvard University Gazette. „Die Milch, die wir heute trinken, ist wohl kaum das perfekte Lebensmittel der Natur.“

Harvard hat eine eindeutige Verbindung zwischen hormonbelasteter Milch und Krebs aufzeigen können.
http://news.harvard.edu/gazette/2006/12.07/11-dairy.html

Unterm Strich kann gesagt werden: Milch ist von Müttern für Kinder oder von Muttertieren für ihre Kälber gedacht. Dabei soll sie ohne homogenisiert oder pasteurisiert zu werden direkt aus dem Euter der Kuh oder aus der Brust der Mutter in den Mund des Kalbs, bzw. des Säuglings, und zwar ohne Zwischenstation. Milch wird nicht einfach uns Endverbrauchern zuliebe haltbar gemacht, sondern damit jene Unternehmen, welche die Milch verkaufen, diese lange genug lagern und transportieren können.

Wenn Sie der Meinung sind, den Kälbern und der Kuh ihre Milch wegnehmen zu müssen, dann machen Sie das Ihrer Gesundheit zuliebe ohne industrielle Verarbeitungsprozesse und ohne Ablagerungen chemischer Stoffe. Kaufen Sie Ihre Milch direkt beim Bauern, euterwarm und nirgends wo anders. Und denken Sie daran: Auch Joghurt, Käse, Quark und viele andere Lebensmittel bestehen aus Milch, die industriell zurechtgebogen wurde.

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